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So hier das Theater!!!

 

 

 

Einige recht merkwürdige Gestalten, wie zum Beispiel „Prinzessin Tallulah“ oder aber das sadomasochistisch veranlagte Ehepaar „Oper und Frau“ treffen sich immer wieder an ein und derselben Bushaltestelle, an der aber kein Bus zu fahren scheint. Manche von ihnen sterben eines gewaltsamen Todes, finden sich dann als Geister über der Haltestelle thronend wieder und schauen auf die Lebenden herab. „Haltestelle. Geister“ heißt dieses Stück von Helmut Krausser, dem sich die Theater- und Band-AG unter der Leitung von Jens Marnowsky und Klaus Wagner dieses Jahr verpflichtet hat.

 

 

 

 

"Haltestelle. Geister" von Helmut Krausser wurde 2000 am Hamburger Schauspielhaus zur Eröffnung der Intendanz von Tom Stromberg (dem Macher der Expo 2000) in der Regie von Jan Bosse uraufgeführt. Krausser, der bei den Proben anwesend war und große Hoffnungen in die Inszenierung gesetzt hatte, zeigte sich von der Aufführung und von der Kritik enttäuscht. Während seine Theaterstücke international Triumphe feiern, verhält sich das heimische Feuilleton in der Regel reserviert bis feindlich.
Für ein Schultheater bedeutet die Aufführung dieses Stücks aus verschiedenen Gründen eine besondere Herausforderung: Einerseits ist das Stück Kraussers ist ein hochkomplexes Werk. Hinter der Schnoddrigkeit mancher Textoberflächen verbergen sich Netzwerke von Bezugsebenen zur Theatergeschichte (Oper, klassisches Drama), zur medial geprägten Gegenwart (Science fiction, Disney, Internet), ein Spiel mit Stil- und Ausdrucksebenen (Monologe, die wie Arien gestaltet sind und die jeweils einen besonderen Stil repräsentieren) und ein Reichtum der Ausdrucksmittel, der in der Tat ein Postulat der Postmoderne einlöst: die Verfügbarkeit sämtlicher Theatermittel von der Antike bis zur Gegenwart. Dabei ist der Wechsel des Stils selbst oberstes Stilmittel, das sich dem Formwillen einer dramaturgischen Metaebene fügt. Wichtiges Bindemittel zwischen all diesen diversen Ebenen ist dabei die Ironie.

Andererseits ist es oft die Drastik des Geschehens und der Sprache, die sich dem von Sex, Gewalt und Drogen geprägten Straßenmilieu an vielen Stellen voll und ganz öffnet, die dieses Stück für den oberflächlichen Betrachter als in einer Schule "unangebracht" erscheinen lassen könnte. Dass modernes und zeitgemäßes Theater dies angesichts des täglichen Weltgeschehens nicht ausspart, erscheint beim zweiten Hinsehen jedoch nur logisch.

Aber auch bei großzügiger Auslegung künstlerischer Freiheiten bleibt die Schule doch ein Raum, der Grenzen setzt, Grenzen auch zum Schutz der Schüler. So schien der Originaltext Kraussers doch an einigen Stellen eine Grenze zu überschreiten, die zumindest den üblichen Rahmen für eine Schulaufführung markiert. Aus diesem Grunde wurde eine gekürzte Fassung erarbeitet, die einige Motive, die in dem Stück eine gewisse Rolle spielen, unterschlägt. Die Haupthandlungsstränge bleiben allerdings unberührt. Es spricht für das Werk Kraussers, dass sich gewisse Fäden ziehen lassen, ohne dass sich eine blutende Wunde auftut. Die Kürzungen betreffen extrem grausame Stellen, lassen aber unserer Meinung nach den Grundcharakter des Werkes unangetastet.

Dennoch empfehlen wir das Stück ausdrücklich nicht für kleinere Kinder!

Ja – und wo bleibt die Musik?

Helmut Krausser selbst bezeichnet sein Stück als "Trash-Oper", wobei er innerhalb des Handlungsablaufs an verschiedenen Stellen Intermezzi vorsieht, die mit Musik "gefüllt" werden können.

In der Inszenierung des MG sind dies – neben unterstützender, teilweise improvisierter Bühnenmusik und dem Rückgriff auf die jahrhundertealten Klänge eines "Kyrie" von G. P. de Palestrina - vor allem Popsongs von z.B. Paul McCartney, Pink, Stevie Wonder, Gordon Lightfoot und anderen, die von der insgesamt 13köpfigen Band des MG interpretiert werden.

Diese Songs geraten mit ihrer zunächst oft scheinbar oberflächlichen Botschaft in den Sog des Geschehens auf der Bühne – als würden Sie zufällig (wie akustischer "Trash" im Radio laufen oder aus einem Ghettoblaster tönen, während die Figuren des Stücks sich auf vielfältige Weise im Grenzverkehr zwischen den Welten bewegen.

Dadurch erhalten Sie oft eine neue Bedeutung, die manchmal ironisch brechend, manchmal aber auch bekennend melancholisch sein kann; sie werden zum Soundtrack des Absurden.

 

 

 

27.2.07 19:34
 


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